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Fachportal Membranfiltration

Membran-Filterkerzen.
Präzision im Mikrometerbereich.

Ein unabhängiges Fachportal rund um Membran-Filterkerzen: Aufbau, Funktionsweise, Materialien und Einsatzgebiete in Pharma-, Lebensmittel-, Chemie- und Prozesstechnik – objektiv erklärt und herstellerneutral aufbereitet.

0,1–1,2 µm
typischer Feinheitsbereich der Mikrofiltration*
gefaltet
Bauweise für große Filterfläche
branchenübergreifend
Pharma · Lebensmittel · Chemie · Elektronik

*Allgemeiner Orientierungswert der industriellen Mikrofiltration, keine Angabe zu einem bestimmten Produkt.

Grundlagen

Was sind Membran-Filterkerzen?

Membran-Filterkerzen sind zylindrische Filterelemente, deren Kernstück eine mikroporöse Membran ist. Anders als bei Tiefenfiltermedien, die Partikel im Inneren einer faserigen Struktur einlagern, arbeitet eine Membran nach dem Prinzip der Siebfiltration: Sie besitzt eine weitgehend definierte, enge Porengrößenverteilung an der Oberfläche und hält Partikel, Mikroorganismen oder Tröpfchen zurück, die größer als die Membranporen sind.

Um bei kompakter Baugröße eine große Filterfläche zu erreichen, wird die Membran gemeinsam mit Stütz- und Drainagelagen gefaltet (plissiert) und zu einer zylindrischen Kerze konfektioniert. Dadurch lassen sich hohe Durchflussraten bei vergleichsweise geringem Differenzdruck realisieren.

Mikrofiltration Absolute Rückhaltung Gefaltete Bauweise Flüssigkeiten & Gase
Schematischer Querschnitt einer Membran-Filterkerze von oben: sternförmig gefaltete Membranfläche um ein perforiertes Kernrohr
Illustration: Querschnitt einer gefalteten Membran-Filterkerze (Draufsicht)
Merkmal Membran-Filterkerze Tiefenfilterkerze
Filtrationsprinzip Sieb-/Oberflächenfiltration Tiefenfiltration im Fasergefüge
Rückhaltecharakteristik eng definierte Porengröße, oft absolut spezifiziert nominal, breitere Verteilung
Typische Prüfbarkeit integritätstestbar (physikalische Prüfverfahren) i. d. R. nicht integritätstestbar
Typischer Einsatz Sterilfiltration, Klarfiltration, Gasfiltration Vorfiltration, grobe Partikelabscheidung

Allgemeine, vereinfachte Gegenüberstellung zur Einordnung – kein Ersatz für produktspezifische Datenblätter.

Funktionsprinzip

Wie eine Membran-Filterkerze arbeitet

Der Prozess folgt in der Regel vier aufeinanderfolgenden Stufen – vom unbehandelten Zulauf bis zum partikel- bzw. keimreduzierten Permeat.

Diagramm des Filtrationsprozesses: Zulauf mit groben und feinen Partikeln, Stützlage, Membran mit Poren, Drainage und gereinigtes Permeat
Illustration: Prinzipdarstellung des Filtrationsprozesses vom Zulauf bis zum Permeat
01

Zulauf

Das Rohmedium (Flüssigkeit oder Gas) strömt in das Filtergehäuse und trifft auf die Außenfläche der Filterkerze.

02

Vorlage & Stützvlies

Vorfiltrations- und Stützlagen schützen die Membran mechanisch und verteilen die Strömung gleichmäßig über die gefaltete Fläche.

03

Membranpassage

An der eigentlichen Membran werden Partikel, Tröpfchen oder Mikroorganismen oberhalb der Porengröße zurückgehalten.

04

Permeat

Das gereinigte Medium verlässt die Kerze auf der Reinseite und wird dem weiteren Prozess zugeführt.

Hinweis: Je nach Bauform kann die Anströmung außen-nach-innen oder innen-nach-außen erfolgen. Welche Strömungsrichtung und Faltengeometrie sinnvoll ist, hängt von Anwendung, Viskosität und Feststoffanteil ab und sollte anwendungsspezifisch mit dem Hersteller abgestimmt werden.
Branchen

Typische Einsatzgebiete

Membran-Filterkerzen kommen überall dort zum Einsatz, wo Flüssigkeiten oder Gase zuverlässig von Partikeln, Trübstoffen oder Mikroorganismen befreit werden müssen.

Vorteile

Warum Membranfiltration?

Allgemein anerkannte Stärken der Membrantechnologie gegenüber klassischen Tiefenfiltermedien – die konkrete Ausprägung ist stets produkt- und anwendungsabhängig.

Werkstoffe

Membranmaterialien im Überblick

In der Praxis haben sich vier Membrantypen etabliert. Die folgenden Angaben beschreiben allgemein anerkannte Materialeigenschaften aus der Fachliteratur.

Bitte beachten: Chemische Beständigkeit, Temperaturgrenzen und Zulassungen unterscheiden sich je nach Hersteller, Membranvariante und Konfektionierung. Verbindliche Angaben liefert ausschließlich das technische Datenblatt des jeweiligen Herstellers, z. B. von DEFITEC.
Konstruktion

Gängige Bauformen

Membran-Filterkerzen werden in der Industrie in einer Reihe standardisierter Baugrößen und Ausführungen angeboten, damit sie sich in vorhandene Gehäusesysteme integrieren lassen.

  • Baulängen in gängigen Branchenmaßen (z. B. 10″-Module, kombinierbar zu Mehrfachlängen)
  • Single Open End (SOE) und Double Open End (DOE) Endkappen-Systeme
  • Verschiedene Dichtungskonzepte, u. a. O-Ring- oder Flachdichtungen
  • Stützstrukturen aus Polypropylen oder Edelstahl, je nach Anforderung
Platzhalter: Konkrete Baulängen, Endkappen-Codes, O-Ring-Werkstoffe und Anschlussmaße sind produktspezifisch und werden im DEFITEC-Datenblatt ergänzt.
Seitenansicht einer Membran-Filterkerze mit oberer und unterer Endkappe, O-Ring-Dichtungen und gefalteter Membranfläche

Schematische Darstellung einer gefalteten (plissierten) Membran-Filterkerze mit Endkappen – vereinfacht, ohne Maßstab.

Rückhaltevermögen

Filtrationsfeinheiten verstehen

Illustration einer mikroskopischen Membranoberfläche mit unregelmäßigen Poren und einem Größenvergleich dreier Partikelklassen
Illustration: Porenstruktur einer Membranoberfläche mit Größenvergleich (Mikroebene, schematisch)

Die Porengröße bestimmt, welche Partikelgrößenklassen zurückgehalten werden. Je enger und gleichmäßiger die Porenverteilung, desto präziser und reproduzierbarer die Trennleistung – die Grundlage für nominale und absolute Rückhaltespezifikationen.

Nominale Rückhaltung

Ein definierter, hoher Prozentsatz der Partikel oberhalb der angegebenen Größe wird zurückgehalten – ohne standardisiertes, physikalisches Prüfverfahren zur Bestätigung.

Absolute Rückhaltung

Partikel oder Mikroorganismen oberhalb der spezifizierten Größe werden unter definierten Prüfbedingungen zuverlässig zurückgehalten; die Kerze ist in der Regel integritätstestbar.

Anwendungskategorie Typischer Bereich* Beispielhafter Zweck
Klarfiltration0,5 – 1,2 µmTrübstoffreduzierung, Partikelabreicherung
Vorfiltration0,2 – 0,45 µmSchutz nachgeschalteter Sterilfilter
Sterilfiltration0,1 – 0,22 µmKeimreduzierung / Entkeimung
Gas-/Tankbelüftung0,1 – 0,3 µmSterile Be- und Entlüftung von Behältern

*Allgemeine Orientierungswerte der Mikrofiltrationsbranche, keine Zusicherung für ein bestimmtes Produkt. Verbindliche Feinheiten entnehmen Sie bitte dem Datenblatt des Herstellers.

Prozessschritte

Häufige Filtrationsaufgaben

Qualität & Sicherheit

Worauf es bei Membran-Filterkerzen ankommt

Gerade in regulierten Branchen wie Pharma, Biotechnologie oder Lebensmitteltechnik spielen Nachweisbarkeit und Reproduzierbarkeit der Filterleistung eine zentrale Rolle.

  • Integritätsprüfung: physikalische Testverfahren (z. B. Bubble-Point-Prinzip) zur zerstörungsfreien Kontrolle vor bzw. nach dem Einsatz
  • Chargenrückverfolgbarkeit und Herstellerdokumentation
  • Konformität mit branchenüblichen Regelwerken, u. a. Vorgaben von FDA oder USP, sofern zutreffend
  • Extrahierbare/auslaugbare Stoffe (Extractables/Leachables) als Qualitätskriterium in sensiblen Prozessen
Wichtig: Konkrete Zertifikate, Validierungsdossiers und Konformitätserklärungen sind stets produkt- und herstellerspezifisch. Diese Seite informiert allgemein – verbindliche Nachweise erhalten Sie direkt beim Hersteller, z. B. DEFITEC.
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Produktauswahl & Anfrage

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Diese Seite informiert bewusst herstellerneutral über Aufbau, Funktion und Einsatzgebiete von Membran-Filterkerzen. Für konkrete Produkte, technische Datenblätter, Baugrößen und ein individuelles Angebot wenden Sie sich direkt an den Hersteller DEFITEC.

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